Monday, June 13, 2011

Vitafitte Betrachtungen

Schwingel schwengel
Dingel dengel
Geht der Rhythmus
Auf und ab
Und
Wenn der Körper
In den Hals mir steigt
Verlier den Atem ich
Das dunkelrote Zeug pulsiert
Schwer hängts mir
Zwischen meinen Beinen
Weiß nicht ob lachen
Ob weinen
Mir schwindet
Der mickrige Verstand
Geistig abgebrannt
Das ist künstlerisch
Ganz und gar verkannt
Depriviert, deprimiert
Psychologisiert
Ganz ungeniert
Schwarze Punkte vor den Augen
Rote Punkte im Gesicht
Quadriert, einbalsamiert
Lebendig viel zu sehr
Das körperliche
Körpernde Gefährt
Das den Geist verwirrt
Der sich selbst, so perforiert
Gegen jede Mauer fährt;
Es brodelt im Ententeich
Wenn der Enterich
Einzug in die Ente hält
Die, so flauschig weich
Im Widerstand
Sich krümmt und biegt,
Schnäbelnd doch,
Ihre Hüften wiegt.
Da ists schon wieder
Das Freudiansche
Gedanken hab ich
Fast nur japanische
Bin der Einsiedlermann
Versprüh Hormone
Bis nach Antenklamm
Wo die's noch wissen
Zweisamkeit ohne Kultur
Ist weniger beschissen;
Tierisches Beklagen
Als wollt ich das
An solch sonnigen Tagen
Fühl mich etwas frömmelnd
Zölibatisches Entsagen
Auf meinen schwulen Schultern tragend.
Vergessen suchend
Auf den einstmals blanken
Schönen Papieren malend
Die Bessres sich gedacht
Als diesen verkopften,
Fließenden Unrat tragen.
Zu viele Zwiebeln geschnitten.

Sunday, June 12, 2011

Myrtilles

Essay I - Existiert Gott?
Gott existiert.


Essay II - Die Frage nach der Farbe
Farblich gesehen...gibt es ein rötliches Schwarz? Wenn ich mir ein rötliches Schwarz vorstelle, könnte jemand dann behaupten es gäbe das nicht, eine Farbe existierte nur mit Licht, als Lichtwellenfrequenz, und deshalb wäre dieses rötliche Schwarz nicht real? Eine nicht existente Farbe sei nicht vorstellbar, ich kombinierte nur sinnlos Worte miteinander..?
Farbig gesehen...das rötliche Schwarz existiert, in meinem Kopf, und wenn es nicht existierte müsste ich mich in Luft auflösen, oder in ein Schwarz, ein Braun oder ein Rot, und wenn jemand es verneinte, er verneinte auch mich.


Essay III - Farbe bekennen
Ich bekenne Farbe: auch ich verneine. Mir gefallen manche Farben in manchen Kontexten nicht, vielleicht gefallen mir auch die Kontexte nicht, aber die Farbe ist schließlich auch Teil des Kontextes und ich könnte nur schwerlich behaupten dass ich sie mühelos allein und für sich sehen könnte. Gebe ich allen Farben eine Chance, bin ich fair? Auch das könnte ich nur mit Schwierigkeiten behaupten. Ist Fairness überhaupt gewünscht? Wenn ich alle Farben von vornherein gleich mache, wie könnte sich dann eine hervortun, eine Farbe hat doch schließlich nur die Eigenschaft der Farbe und nichts anderes? Indem eine Farbe in einen Kontext eingebettet wird, erhält sie eine neue Bedeutung. Eine Farbe, die ich nicht mag, und die sich in einen Kontext von Farben befindet, der mir gefällt, oder der mir vielleicht noch schlechter gefällt als die Farbe in anderen Kontexten, erhält vielleicht eine neue Bedeutung für mich. Vielleicht wird sie schön, vielleicht noch hässlicher wenn ich mich gehen lasse und zulasse dass sie sich ohne mein Zutun einordnet. Unglücklicherweise herrscht in meinem Kopf so oder so ein Farbenchaos, ich könnte kaum sagen wo sich was befindet, und bin doch irgendwie glücklich damit.
Ein rötliches Schwarz findet sich da, ein silbriges Blau, ein körniges Rot, und viele xyz XYZs.


Essay IV - Alles Weitere
[...] Dein Bild und deine Farben hier.

Essay V - Dieren zonder hoogtevrees
De pad. Weet je? ...dat de pad in de bergen tot 8000 m rondscharrelt.
Padden leven van laag tot hoog. Hoe komen ze een berg op? Springend of lopend?
.sreduohlov lew raam, sregnirps neeg njiz ez dnepoL

Sauerampfer

Sexgöttin,
Ich schlaf auf deinem Fußboden
Massier dir die Fußsohlen,
Bring dir Kaffee oder Tee,
Schließ die Tür,
Wenn ich denn mal nach draußen geh,
Koch dir Nudeln mit goldner Sauce,
Trag am liebsten keine Hose,
Schlag mir auf den Schwengel,
ach wär doch mein Gehänge,
Den ganzen Tag in deiner Enge,
Damit es mir nicht unaufhörlich
Im Kopf rumspringe.
Für dich bin ich homo und
sklavisch schmieg ich mich
an deinen Popo
wie der Golden Boy
streichel ich dein Herz
genieß den Schmerz
ein perverser Eisenherz
hier die Erdbeeren
und da die Trauben
ich lass den Schlaf
mir nicht rauben
lass mich dir ein paar Kirschen noch
aus den hohen schweren Bäumen klauben.
Ich brech dir und mir die Beine
dann können wir zusammen
durch den Wein uns reben
ich zerfetz dich
zerfetz du mich
Kein Danach und kein Davor
so will ich's
Meine Augen brennen
Hab so viele Zwiebeln
geschnitten.

Monday, May 30, 2011

Muselmanen im Bermudazweieck

Leise rieselt der Matheschnee, kurze Stürme der Entrüstung fegen über mein Dach hinweg, kindliche Ungläubigkeit über die mathematische Welt, die Ungeduld der Lehrer schreit nach leisem Rieseln und versucht Mathehäuser zu bauen, wo der Sturm ein Überleben unmöglich macht. Diese Pioniere der Erziehung, was bezwecken sie mit ihrem unnachgiebigen Streben in den Eiswüsten des Verstandes, bauen wackelige Strohhütten, deren Bewohner ängstlich zitternd auf die nächste Katastrophe warten.
Dann: der Sturm legt sich. Schreiend, jubelnd reißen die Familien die Türen ihrer Häuser beinah aus den Angeln, straucheln, rennend, in den tiefen Schnee, in dem sie untergehen wie Kinder in Schwimmbecken voller schlechter Metaphern, tauchen wieder auf, fanatisches Leuchten in den Augen, Arme in die Luft, es wird herumgewirbelt, -geschmissen, -geschubst, Arme ausgerenkt, Bälle geworfen, Steine, Ziegel, Balken, die Menschen müssen sich jetzt in Acht nehmen wollen sie Verletzungen vermeiden, sie fragen den Arzt oder Apotheker, sie ducken sich hinter selbstgebaute Schneeburgen, die ersten Gewehre finden sich unversehens und doch vorhersehbar in den Händen ihrer erregten Besitzer wieder, Rufe erschallen, "Freund oder Feind?", Kinder und Frauen suchen Schutz in den Häusern, die Sonne scheint, und beim ersten Schuss fliegen die Vogelscharen auf, die sich auf den Menschen niedergelassen haben, die Hunde bellen, jaulen, die Schwänze eingezogen, ein Freudenfeuerwerk brennt irgendwo weiter hinten im Dorf ab, ein Verwundeter reißt sich die Pelzmütze vom Kopf, sich vor Schmerzen auf dem Boden wälzend, sein Blut färbt den Schnee, seine Augen rot, die Augen der Menschen werden rot, die Augen der Hunde, die Augen der Pferde, die Pferde werden scheu und reißen aus, den teueren Schlitten mit der feinen Frau Gräfin zurücklassend, dann bricht wieder der Schneesturm los, noch wird versucht den Verwundeten in eine der nahegelegenen Hütten zu transportieren, verzweifeltes Klopfen, Hämmern an der Tür, die aber geschlossen bleibt, aus Angst, aus Parteilichkeit, aus Liebe oder aus Ekel, es ist nicht klar, es gibt sich doch sowieso die Hand, die Träger lassen, in Panik geraten, den Verwundeten zurück, der, noch auf den Boden gleitend, bittend ängstlich flehend die Hände hebt um Hilfe, um sein Leben, um Barmherzigkeit, um Liebe, um Gerechtigkeit und um eine gottverdammte zärtliche Hand die sein Haar streicht wenn er schon auf diese Weise, schwach und hilflos, verrecken muss, doch die Träger nehmen, nicht zurückblickend, Reißaus, laufen, einer schafft es in seine Hütte zu seiner Familie, er ist in Sicherheit, der andere wird von den ersten Ausläufern des Sturmes erfasst, die Sicht verschwimmt ihm, er spürt seine Kräfte schwinden, irrt durch die Dunkelheit und dann hebt ihn eine starke Böe in die Luft und trägt ihn fort fort fort, um ihm noch in den letzten Sekunden ins Gesicht zu lachen, wie um ihm zu sagen, dass nur die Natur in der Lage ist zu tragen, und nicht der Mensch, der keine Natur mehr hat, der hinfortgeweht wird von den Sturmwehen, ohne Schutz ohne Verstand und dann gibt es da ja noch Pasta Forno, Honigmelone, Artischocken mit Käse gefüllt, Fisch mit Fenchel gebraten und Tiramisu..und nur das Pfeifen des Windes bleibt übrig..

Saturday, October 2, 2010

Kreise und allsowas

Ich ziehe Kreise in den Sand, tief und dunkel, schwärzlich, klebrig, brennend, verschlingend, geduldig, langsam, präzise und nichts auslassend; ich ziehe sie in den Sand, leicht wie ich bin, wie der Wind um mich fliege ich schrecklich und brennend, zerstörend, und ziehe meine Kreise, ohne Anfang und ohne Ende, pure Lust in meinen Gliedern; ich bin über- und ohnmächtig, unberührbar, im Nichts der Welt habe ich mich selbst gefangen und lasse mich frei in jedem Moment; wer kann mich besiegen? Ich frage: wer kann mich besiegen?

Meine Menschen ziehen ihre Kreise für mich.
Jeden Tag stehen sie auf und bringen ihre wunderbaren Körper in Bewegung, leichtfüßige Tote, die um mich herumschwirren wie Falken mit der Wendigkeit von Fliegen, mir das Fleisch vom Körper hacken und mir Opfer bringen, mir ihre eigenen Körper anbieten, dass ich sie verschlingen kann und weiter meine Kreise ziehe. Sie sind überall, die Kreise, in meinem Schreiben, in meinen Händen, in meiner Bewegung.
[Spiralen wunderbarer Farben die auf- und absteigen, dem Himmel zuschweben und auf der Erde zerschellen.]

Ich sitze in einem abgedunkelten Raum, fahles Licht fällt durch die Jalousie; Passanten krepieren unten auf der Straße, Autos rasen vorbei, es scheint sie wollten meine Gedanken verbrennen, unbezwingbare Wut und sie brüllen, sie fangen sich ihre Besitzer und sperren sie ein, wie Ehefrauen auf Hüften aus Glas eintrümmern; gierig, berechenbar, gewaltsam, NÜTZLICH sind sie, pragmatische Verwandler vom Spielzeug zur Waffe zum Helfer zum Liebesobjekt zum Menschen immer, der sie besitzt und ihnen seinen Willen aufzwingt, um an ihrer kalten Lust teilzuhaben, und ich sitze in einem abgedunkelten Raum und eine Fliege zieht joviale Kreise um meine Ohren. Zu viele Kreise für heute, es gibt einen Punkt an dem manches aufhört, und hinab fällt die Fliege in menschliche Metalleimer die nichts konservieren.

Am nächsten Morgen wache ich früh auf, drei weitere Fliegen haben sich in meinen Raum leiten lassen, meine Gastfreundlichkeit hat sich schnell verbreitet, und es freut mich dass ich endlich und überraschenderweise ein paar Verbündete habe, die vielleicht auch mit mir frühstücken wollen; es gibt klares Wasser frisch aus dem Hahn und blauen Zigarettenrauch danach.
Das Frühstück hat sich gelohnt, ich bin satt, und meine neuen Freunde sind verständige Leute, ein leichter Hinweis auf die Zeit hat sie dazu veranlasst den Raum wieder mir zu überlassen, und so bereite ich mich darauf vor, meinen täglichen Verpflichtungen nachzugehen. Die Freuden der Pflicht erfülle ich zusammen mit lauter Bürokraten, von denen keiner von seiner wahren Berufung jemals etwas erfahren wird; die höchsten Sphären dieser Zunft müssen manche erzwingen, sich innerlich abtöten, und die Verdopplung und Verdreifachung und Unumgänglichkeit aller Regelungen werden zur Lebensphilosophie, bis sie jede Faser deines Fleisches besitzen. In einer günstigen Umgebung erfährt diese Lust einige Sprünge, trotzdem erfordert es eine unbeugsame Disziplin oder eine schreckliche Erfahrung alles Spielerische abzuwerfen; aber davon verstehe ich eigentlich nicht viel, wie auch ohnehin von vielen Dingen nicht.
Tappsig und unbeholfen, krüppelig zeigen sich die ersten Gebrechlichkeiten eines uralten neuen Tages, der einen mächtig an unsere Gebundenheiten erinnert; ich mag ihn nicht. Sich hinauswagen in eine unfreundliche Umgebung, deren Ablehnung ich mir nur erlauben kann weil ich distanziert lebe; wobei ich schon vergessen habe, ob die Ablehnung aus der Distanz oder die Distanz aus der Ablehnung oder wie...

Auf der Arbeit werde ich nicht mehr angesprochen, ich stehe sehr unter Stress und bin schnell frustriert. Es gibt nichts Schlimmeres für mich als diese Kontakte, jeder kann mich nach Lust und Laune beeinflussen und ich bin unglaublich schwach, als stünde jemand neben mir und würde all mein Blut rasend schnell in einen Eimer laufen lassen. Man tritt mir auf den Kopf, und weil sie so menschlich sind und ich so distanziert bin ich ihnen nicht böse; ich verurteile nicht was andere tun, umso mehr das was ich tue, aber ich ziehe keine Kreise mehr. Kreise brauchen Zucker und Blut, und weil der Zucker im Blut und das Blut im Eimer ist habe ich von beidem nicht viel. Wenn ich mein Blut wenigstens mit in mein Zimmer nehmen könnte... aber ich lasse alle ein- und mehrmals trinken, bis ich in meinem warmem Bett umgeben von wohliger Gleichgültigkeit zusammenklappe wie ein riesiges Kartenhaus.
Ich träume dann manchmal, in meinen Träumen sieht die Welt einfacher aus, es ist das alte Farbenspiel; überzeichnete Wünsche tauchen auf, die Figuren sind wie von einem unbegabten Fünfjährigen bemalt, die Konturen der vorgefertigten Formen sind dick und schwarz und unübersehbar, doch dieser dämliche Junge malt einfach darüber hinweg, so dass man ihm gern vorschlagen würde, sich die Hände zu waschen und lieber nach draußen zu gehen, denn er übertritt die offensichtlichen Regeln die doch jeder gelernt hat, man malt nicht über die Konturen hinaus, dafür sind sie ja da, und es findet auch jeder viel schöner wenn man das nicht tut. Ich hasse und liebe diesen Jungen, er macht mir das Aufstehen schwer; ich will bei ihm bleiben und mit ihm malen, so dass man keine Konturen mehr erkennt, alles verwischen, nass machen, zerknüllen, verbrennen und dann die Reste demjenigen der diese Bildchen produziert ins Essen mischen. Mit schönen Grüßen von Jonas! Und dann hindert er mich doch wieder in vielen Dingen. Wie soll man konzentriert Konservendosen sortieren, wenn man unförmige, bekrickelte, wunderbare Männchen vor Augen hat?
Doch dann sehe ich die Konservendosen an, und sie formen von selbst bekrickelte Männchen, dann macht meine Arbeit Spaß und ich komme mir nicht mehr sehr dumm vor, sondern sortiere fröhlich, so dass mein Chef stehenbleibt und sich einmal seiner Motzerei enthält: schaut euch mal den an, so fröhlich will ich hier alle bei der Arbeit haben! Ein Lachen im Gesicht, da geht die Ravioli wie von selbst ins Regal! Der zynische, fette Sack.
Ich bin doch eigentlich auch recht erfolgreich, habe den besten Durchschnitt auf eine Stunde in der Stadt und Umgebung, bekomme Boni und Lageraufgaben, denn die sind am einfachsten zu bewältigen, weil man nicht unter Stress steht, doch oft lehne ich sie ab, meine Arbeit gefällt mir, ich bin gut darin. Ich habe einmal jemanden aus einem anderen Markt getroffen, der den Landespreis der "Lager- und Sortierarbeit" fünf Mal hintereinander gewonnen hatte. Den bewundere ich mehr als jeden Fußballer, Präsidenten, Literaten der Welt. So ein verrückter Mensch, er war mir sympathisch, auch wenn er tatsächlich nicht mehr ganz bei sich zu sein schien. Was musste er in den Konservendosen für Muster, für Geschichten und Wahrheiten sehen, dass er so gut war! Ich konnte mich damals kaum halten beim Gedanken an das Werk dieses Künstlers.
Und dann...erscheint mir mein Leben manches Mal doch wieder leer. Meine Familie sind meine Kollegen, mein Freunde sind drei Fliegen, meine Erwartungen sind nicht nennenswert, an Frauen, an Heirat oder Kinder denke ich nicht, an einem besseren Job habe ich kein Interesse, es gäbe da auch nach langer Suche nichts wirkliches für mich. Bei näherer Betrachtung sind die Kreise die ich ziehe nicht tief und dunkel, schwärzlich, klebrig, brennend, verschlingend, geduldig, langsam, präzise und nichts auslassend, sondern die Spuren am Strand die von der leichtesten Brandung verwischt werden. Ich bereue nur, dass mich die Tiefe dieser Spuren kaum berührt, aber was soll ich tun, was hat es damit auf sich? Wer hat mir diese oberste Regel gegeben, die alle meine Freiheit zunichte macht, mein ungewolltes Streben in irgendwelche unbestimmten höheren Ebenen, das sich einschleicht in meine Zufriedenheit... frei will ich mich davon machen, aber ich kann doch nicht auch noch gegen die Freiheit selbst frei sein. Ein dauernder Verrat, eine Negation, so absurd wie jeder Bürojob, wie jedes Streben nach Geld. Fremd bin ich in dieser Welt, und fremd werde ich bleiben.